Die „neue“ Arbeitsstättenregel ASR A3.7 Lärm konkretisiert die Regelungen der Arbeitsstättenverordnung zur Reduzierung der Schalldruckpegel in Arbeitsstätten in Arbeitsräumen (Anhang 3.7).

Sollten Sie die festgelegten Grenzwerte der ASR A3.7 Lärm in einzelnen Bereichen noch nicht einhalten können, müssen Sie entsprechende Maßnahmen ergreifen. Eine vorherige, fachlich korrekte messtechnisch Erfassung und Beurteilung ist dazu jedoch immer unabdingbar.

Unsere Firma/Messbüro ist in diesem Bereich „qualifiziert“, (hier u. A. auch nach 309-010 DGUV zertifiziert und geprüft), nach § 5 der Lärm- und Vibrations- Arbeitsschutzverordnung, solche Messungen vorzunehmen/durchzuführen.

 

Zuordnung der Arbeitsplätze zu Tätigkeitskategorien

Die ASR A3.7 fordert, dass in der Gefährdungsbeurteilung jeder einzelne Arbeitsplatz einer von drei verschiedenen Tätigkeitskategorien zugeordnet wird. Die maßgeblichen Kriterien für die Zuordnung sind der Grad an Konzentration oder die Sprachverständlichkeit, die bei der Tätigkeit nötig sind.

 

Tätigkeitskategorie I – Hohe Konzentration und Sprachverständlichkeit

Hier müssen die Beschäftigten hochkonzentriert sein und/oder sind auf sehr gute Sprachverständlichkeit angewiesen, um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Beispiele dafür sind schöpferisches Denken, das Verstehen von komplexen Texten oder Abläufe, die einen starken Entscheidungsdruck mit sich bringen. Während der Ausübung von Arbeiten der Tätigkeitskategorie I darf ein Beurteilungspegel von 55 dB(A) nicht überschritten werden.

 

Tätigkeitskategorie II – mittlere Konzentration und Sprachverständlichkeit

Für die Tätigkeiten dieser Kategorie sind eine mittlere Konzentration oder Sprachverständlichkeit erforderlich. Damit sind Tätigkeiten mit Routineanteilen und sich wiederholenden Abläufen gemeint. Beispiele sind Datenerfassung, Arbeiten im Labor oder das Verkaufen an Kunden. Während der Ausübung von Tätigkeiten der Kategorie II darf ein Beurteilungspegel von 70 dB(A) nicht überschritten werden.

 

Tätigkeitskategorie III – niedrige Konzentration und Sprachverständlichkeit

Hier sind geringere Konzentration und Sprachverständlichkeit nötig, um die Tätigkeiten durchzuführen. Beispiele sind einfache Montagearbeiten, Wartungs- und Reinigungsarbeiten. Während der Ausübung von Tätigkeiten dieser Kategorie ist laut ASR A 3.7 Lärm der Beurteilungspegel unter Berücksichtigung betrieblicher Lärmminderungsmaßnahmen „so weit wie möglich“ zu reduzieren.

 

Achtung: Nicht jeder Lärm ist ein Fall für die ASR A3.7 Lärm

Der Anwendungsbereich der ASR A3.7 bezieht sich lediglich auf das Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten und Arbeitsplätzen in Arbeitsräumen. Andere Lärm-Situationen sind teils in anderen ASR, teils in entsprechenden Arbeitsschutzverordnungen geregelt.

Tipp: Den gesamten Beitrag können Sie nachlesen in Arbeitsschutz-Profi AKTUELL“, Ausgabe 14/2018.

 

Welche Maßnahmen Sie ergreifen können

Falls die jeweiligen Grenzwerte nicht eingehalten werden, können Sie Ihre Beschäftigten in lärmarmem Arbeiten unterweisen, organisatorische Regeln zu „Ruhezeiten“ treffen und/oder müssen technische Maßnahmen ergreifen.

Bei solchen technischen Maßnahmen hat die Lärmminderung an der Quelle (primäre Schutzmaßnahme) immer Vorrang vor der Lärmminderung auf dem Ausbreitungsweg und raumakustischen Maßnahmen (sekundäre Schutzmaßnahmen).